
Architektonischer Sonnenschutz
Lamellenfassade für FANUC in Neuhausen
Für die FANUC-Akademie in Neuhausen auf den Fildern entwickelte Colt ein feststehendes Lamellensystem, das der Rundung der Glasfassade folgt. Gedrehte Structural-C150-Aluminiumlamellen verbinden die Verschattung ausgewählter Fassadenbereiche mit einer durchgängigen architektonischen Gestaltung.
Feststehender Sonnenschutz für die FANUC-Akademie
Die FANUC Deutschland GmbH errichtete in Neuhausen auf den Fildern ein Schulungs- und Trainingszentrum für Roboter- und Automatisierungstechnik. Zum Gebäudekomplex gehören neben der Akademie ein Gästehaus mit Empfang, Konferenzräumen, Zimmern und Bistro. Teile des Neubaus wurden mit einer gerundeten Glasfassade ausgeführt.
Für diese Fassadenbereiche konzipierte Colt ein individuelles, feststehendes Sonnenschutzsystem. Die Metalllamellen folgen dem Radius der Verglasung und verändern in ausgewählten Abschnitten ihre Ausrichtung von der Horizontalen in die Vertikale. Durch diesen kontinuierlichen Verlauf erscheint die Konstruktion als zusammenhängendes Fassadenelement und greift die gerundete Gebäudegeometrie auf.
Das Lamellensystem erfüllt damit zwei zentrale Anforderungen: Es verschattet ausgewählte Bereiche der Glasfassade und unterstützt zugleich die architektonische Gliederung des Gebäudes. Anders als ein beweglicher Sonnenschutz benötigt die feststehende Konstruktion keine Antriebe oder Steuerung. Geometrie, Lamellenabstände und Ausrichtung wurden bereits bei der Planung auf den gewünschten Fassadenverlauf abgestimmt.
Die Planung des Schulungs- und Trainingszentrums übernahm GKK+Architekten BDA aus Berlin. Die neuen Räumlichkeiten wurden im September 2016 eröffnet.
Case History
Projekt: FANUC-Akademie
Ort: Neuhausen auf den Fildern, Deutschland
Gebäudetyp: Schulungsgebäude
Anforderungsprofil: Architektonischer Sonnenschutz und Fassadenverkleidung
Lösung: Feststehendes Lamellensystem mit gerundeten und abschnittsweise verdrehten Aluminiumlamellen
Produkt: Structural

Structural C150 folgt der gerundeten Glasfassade
Für die Fassadenkonstruktion kam das modulare Lamellensystem Structural C150 zum Einsatz. Colt fertigte sowohl die Lamellen als auch die zugehörigen Träger aus extrudierten, korrosionsbeständigen Aluminiumprofilen in C-Form. Die Materialwahl ermöglicht eine leichte, formstabile Konstruktion und unterstützt die dauerhafte Verwendung im Außenbereich.
Eine Besonderheit ist der Übergang der Lamellen von einer horizontalen in eine vertikale Ausrichtung. Diese Verdrehung erfolgt innerhalb des Fassadenverlaufs und setzt sich über die gerundeten Bereiche fort. Dadurch folgt der Sonnenschutz der Glasfassade, ohne dass der optische Zusammenhang zwischen den einzelnen Abschnitten unterbrochen wird.
An der Nord- und Südfassade wurden jeweils 19 Lamellen montiert. Sie verteilen sich bei einer Systemhöhe von 1.940 mm in Abständen von 100 mm. Das System an der Nordfassade besitzt gemäß den Projektdaten eine Länge von 16.240 mm, an der Südfassade beträgt die Länge 22.990 mm. Beide Fassaden umfassen jeweils vier gerundete 90-Grad-Ecken mit einem Radius von 1.370 mm.
Die Lamellen wurden naturfarben in der Ausführung E6C0 eloxiert. Die gleichmäßige metallische Oberfläche fügt sich in die silberfarbene Gebäudehülle ein und betont den horizontalen Fassadenverlauf.
Flexible Befestigung
Lamellenhalter gleichen Wärmeausdehnung aus
Flexible Polycarbonathalter verbinden die Aluminiumlamellen mit den Lamellenträgern. Diese Befestigung nimmt temperaturbedingte Längenänderungen spannungsfrei auf und reduziert zugleich mögliche Geräusche durch Windbewegungen.
Die einzelnen Lamellen lassen sich zerstörungsfrei demontieren. Muss ein Element ausgetauscht werden, kann es separat entfernt werden, ohne angrenzende Bereiche des Fassadensystems zu verändern. Die Halter sind mit unterschiedlichen Unterkonstruktionen kombinierbar und ermöglichen dadurch auch größere Stützweiten im Bereich der Träger.

Modulares Lamellensystem verbindet Funktion und Fassadengestaltung
Bei der FANUC-Akademie wurde das Structural-System gezielt als Sonnenschutz vor einem Teilbereich der Glasfassade eingesetzt. Die feststehenden Lamellen reduzieren dort den direkten solaren Eintrag und begrenzen die Einstrahlung auf die dahinterliegenden Räume. Gleichzeitig bleibt die Glasfassade zwischen den Profilen sichtbar und der Bezug zwischen Innen- und Außenraum erhalten.
Das Projekt zeigt, welchen Einfluss die Geometrie eines Lamellensystems auf die Wahrnehmung eines Gebäudes haben kann. Die Profile bilden keine separate, von der Architektur losgelöste Verschattungsebene. Sie folgen den Radien des Gebäudes und wechseln abschnittsweise ihre Orientierung. Auf diese Weise setzt sich die Bewegung der Gebäudehülle in der Sonnenschutzkonstruktion fort.
Structural ist als modulares Aluminium-Lamellensystem aufgebaut. Abhängig von der jeweiligen Planung kann es neben der Fassadengestaltung auch Aufgaben der natürlichen Be- und Entlüftung sowie des Schallschutzes übernehmen. Für das FANUC-Projekt sind als konkrete Anforderungen der architektonische Sonnenschutz und die Fassadenverkleidung dokumentiert.
Für die technische Umsetzung mussten Lamellenverlauf, Radien, Verdrehungen, Trägerabstände, Unterkonstruktion und Oberflächenbehandlung aufeinander abgestimmt werden. Das Ergebnis ist ein feststehendes Fassadenelement, das die Glasflächen verschattet und den gerundeten Gebäudekörper durch eine durchgängige Linienführung ergänzt.
FAQ
Wie funktioniert der Sonnenschutz an der FANUC-Akademie?
Vor ausgewählten Bereichen der Glasfassade befinden sich feststehende Aluminiumlamellen. Sie reduzieren den direkten Einfall von Sonnenstrahlung auf die Verglasung und verschatten die dahinterliegenden Räume. Da das System nicht beweglich ist, wird die Wirkung über die festgelegte Position, den Abstand und die Geometrie der Lamellen bestimmt. Bei FANUC folgen die Profile dem Radius der Glasfassade und wechseln in einzelnen Abschnitten von einer horizontalen in eine vertikale Ausrichtung.
Warum wurden die Lamellen teilweise verdreht?
Die Verdrehung überträgt den Verlauf der gerundeten Gebäudehülle auf das Sonnenschutzsystem. Anstatt horizontale und vertikale Bereiche sichtbar voneinander zu trennen, gehen die Lamellen fließend ineinander über. Dadurch entsteht eine zusammenhängende Konstruktion, die den Radius der Glasfassade aufnimmt. Die Verdrehung erfüllt vor allem eine architektonische Funktion und ermöglicht es, die Sonnenschutzebene in die Formensprache des Gebäudes einzubinden.
Welche Vorteile bieten Aluminiumlamellen an der Fassade?
Aluminium besitzt ein vergleichsweise geringes Gewicht und ist für langlebige Außenkonstruktionen geeignet. Extrudierte Profile können mit definierten Querschnitten gefertigt und an unterschiedliche Fassadengeometrien angepasst werden. Beim FANUC-Projekt erhielten die Lamellen eine naturfarbene Eloxierung. Diese Oberflächenbehandlung schützt das Aluminium und erzeugt ein einheitliches Erscheinungsbild. Durch den modularen Aufbau können einzelne Elemente zudem separat demontiert und ausgetauscht werden.
Wie werden temperaturbedingte Längenänderungen aufgenommen?
Die Lamellen sind über flexible Polycarbonathalter an den Lamellenträgern befestigt. Aluminium verändert seine Länge bei schwankenden Temperaturen. Die Halter ermöglichen es, diese Bewegung aufzunehmen, ohne unnötige Spannungen in die Profile oder die Unterkonstruktion einzuleiten. Gleichzeitig reduzieren sie mögliche Geräusche, die durch Wind und geringfügige Bewegungen der Bauteile entstehen können. Einzelne Lamellen bleiben trotz der flexiblen Lagerung demontierbar.
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