Holz-Schiebeläden am P.A.N. Zentrum Berlin

Für die gebogene Fassade des P.A.N. Zentrums in Berlin-Frohnau realisierte Colt motorisch betriebene Schiebeläden mit Holzlamellen. Gebogene Laufschienen folgen der Gebäudegeometrie und ermöglichen einen bedienbaren Sonnenschutz vor den großflächigen Fenstern.

Sonnenschutz für das Rehabilitationszentrum in Berlin-Frohnau

Das P.A.N. Zentrum gehört zur Fürst Donnersmarck-Stiftung und bietet postakute Neurorehabilitation für Menschen mit erworbenen Hirnschädigungen. Im Rahmen der Sanierung und Erweiterung sollte der rund 14.000 Quadratmeter große Gebäudekomplex funktional und räumlich weiterentwickelt werden.

Die Planung übernahm die Architektengesellschaft Parmakerli Fountis aus Kleinmachnow. Ein Schwerpunkt lag auf der Gestaltung der Wohn-, Therapie- und Aufenthaltsbereiche. Große Fensterflächen sollten weiterhin Tageslicht in die Räume führen, zugleich aber einen verstellbaren Schutz vor direkter Sonneneinstrahlung erhalten.

Eine konstruktive Besonderheit war die gebogene Fassade. Standardisierte gerade Laufschienen konnten dem Gebäudeverlauf nicht folgen. Colt entwickelte deshalb Schiebeladenanlagen mit gebogenen oberen und unteren Führungen, deren Radien auf die beiden Geschosse abgestimmt wurden.

Die beweglichen Elemente bestehen aus Aluminiumrahmen mit Lamellen aus behandelter Western Red Cedar. Holzoberflächen und der Farbton RAL 9007 der Metallprofile wurden auf die Architektur des Zentrums abgestimmt.

Durch die seitliche Verschiebung bleiben die Elemente parallel zur Gebäudehülle. Sie benötigen keinen Schwenkbereich vor der Fassade und eignen sich damit auch für Fensterzonen mit begrenztem Platz vor den Außenflächen.

Projekt: Sanierung und Erweiterung des P.A.N. Zentrums

Ort: Berlin-Frohnau, Deutschland

Gebäudetyp: Rehabilitations-, Therapie- und Wohngebäude

Anforderungsprofil: Außenliegender Sonnenschutz an einer gebogenen Fassade

Lösung: Motorisch betriebene, zwei- und dreiflügelige Schiebeläden mit Holzlamellen

Produkt: Faltschiebeläden

Gebogene Führungsschienen folgen dem Fassadenradius

Im Erdgeschoss wurden 44 Schiebeladenanlagen entlang einer durchgehenden Führung von etwa 52 Metern montiert. Die Schienen besitzen einen Radius von rund 52 Metern und bilden damit den gebogenen Fassadenverlauf ab.

Im Obergeschoss kamen 39 weitere Anlagen zum Einsatz. Dort beträgt der Radius der Laufschienen etwa 51 Meter. Die unterschiedlichen Radien mussten bei Aufmaß, Fertigung und Montage getrennt berücksichtigt werden.

Die Schiebeläden sind zwei- beziehungsweise dreiflügelig aufgebaut und laufen auf drei hintereinander angeordneten Schienen. Dadurch können sich mehrere Elemente seitlich überlagern. Die Fensterflächen lassen sich je nach Stellung vollständig, teilweise oder nur in einzelnen Abschnitten verschatten.

Insgesamt 35 Motoren bewegen die Anlagen. Bewohner und Mitarbeitende können die Elemente über die Schiebeladensteuerung öffnen oder schließen. Die motorische Bedienung reduziert den erforderlichen Kraftaufwand und erleichtert die Nutzung der großformatigen Fassadenelemente.

Die Aluminiumrahmen bestehen aus stranggepressten Profilen. Ihre Beschichtung im Farbton RAL 9007 bildet einen zurückhaltenden Übergang zwischen der Gebäudehülle und den warmen Holzoberflächen.

Der Lamellenabstand beträgt 25 Millimeter. Die Zwischenräume erhalten einen begrenzten Licht- und Luftdurchlass, auch wenn die Schiebeläden vor den Fensterflächen positioniert sind.

Holzlamellen prägen die wohnliche Fassadenwirkung

Für die Füllung der Schiebeläden wurde behandelte Western Red Cedar eingesetzt. Das Holz verbindet eine warme Oberflächenwirkung mit der für außenliegende Bauteile erforderlichen Witterungsbeständigkeit.

Im Erdgeschoss werden Lamellenelemente mit Abmessungen von etwa 1,32 mal 3,15 Metern genannt. Im Obergeschoss beträgt die Höhe rund 2,48 Meter bei einer Breite von etwa 1,37 Metern.

Der Abstand von 25 Millimetern zwischen den Holzlamellen gliedert die Flächen und lässt auch bei vorgeschobenen Elementen Licht durch. Holzrahmen und Lamellen wurden dabei nicht als dekorative Ergänzung, sondern als funktionaler Bestandteil des Sonnenschutzsystems ausgeführt.

Motorische Bedienung unterstützt die tägliche Nutzung

Die Schiebeläden werden über 35 elektrische Antriebe bewegt. Durch die Steuerung lassen sie sich auf Tastendruck entlang der dreispurigen Führung öffnen und schließen. Dies ist insbesondere bei großformatigen und mehrflügeligen Anlagen relevant, deren manuelle Bewegung einen erhöhten Kraftaufwand erfordern würde.

Die seitliche Bewegung ermöglicht unterschiedliche Fassadenzustände. Werden die Elemente vor die Fenster geschoben, reduzieren sie die direkte Sonneneinstrahlung. In geöffneter Position werden die Glasflächen weitgehend freigegeben und der Tageslichteintrag erhöht.

Anders als Klapp- oder Drehläden bewegen sich die Elemente parallel zur Fassade. Dadurch ragen sie während der Bedienung nicht weit vor den Baukörper. Die Anordnung eignet sich deshalb für die gebogene Gebäudehülle und für Bereiche, in denen Wege oder Außenflächen möglichst frei bleiben sollen.

Die Schiebeläden beeinflussen zugleich die Wahrnehmung der Innenräume. Holzlamellen filtern das einfallende Licht und erzeugen wechselnde Helligkeitsmuster. Abhängig von der Position können einzelne Fensterbereiche gezielt verschattet werden, während andere geöffnet bleiben.

Für das Rehabilitationszentrum verbindet die Anlage damit Sonnenschutz, Bedienbarkeit und Materialwirkung. Die technische Konstruktion folgt der außergewöhnlichen Fassadengeometrie, während die Holzoberflächen die Wohn- und Aufenthaltsbereiche gestalterisch ergänzen.

Konkrete Angaben zu Sensorik, Sonnenstandsnachführung oder einer automatischen Wettersteuerung liegen für das Projekt nicht vor. Die Bedienung wird daher ausschließlich als motorische Nutzersteuerung beschrieben.

Mehrere Flügel lassen sich platzsparend überlagern

Die Schiebeläden bewegen sich auf drei hintereinanderliegenden Schienen. Zwei- und dreiflügelige Anlagen können dadurch seitlich verschoben und in geöffnetem Zustand teilweise voreinander positioniert werden.

Das System benötigt keinen Schwenkraum wie ein klassischer Klappladen. Die Bewegung bleibt innerhalb der Führungsebene entlang der Fassade.

Die gebogenen Schienen wurden jeweils auf den Radius des Geschosses abgestimmt. So folgen die Anlagen der Gebäudeform, ohne den Fassadenverlauf durch gerade Teilstücke zu unterbrechen. Führung, Flügelaufteilung und Antriebe bilden eine gemeinsame objektspezifische Konstruktion.

Gebogene Schiebeläden mit Colt planen

Colt entwickelt Schiebeladensysteme für gerade und gebogene Fassaden. Material, Flügelaufteilung, Schienenradius, Antrieb und Steuerung werden auf Fensterflächen, Gebäudegeometrie und Anforderungen an Sonnenschutz und Bedienbarkeit abgestimmt.

FAQ

Welche Schiebeläden wurden am P.A.N. Zentrum installiert?

Colt realisierte zwei- und dreiflügelige Schiebeladenanlagen mit Rahmen aus stranggepressten Aluminiumprofilen und Lamellen aus behandelter Western Red Cedar. Im Erdgeschoss werden 44 Anlagen und im Obergeschoss 39 Anlagen genannt. Die offizielle Projektbeschreibung enthält zugleich eine davon abweichende Gesamtzahl, weshalb keine zusammengefasste Anlagenmenge angegeben wird.

Wie folgen die Schiebeläden der gebogenen Fassade?

Die oberen und unteren Laufschienen wurden entsprechend der Gebäudegeometrie gebogen. Im Erdgeschoss beträgt der Radius rund 52 Meter, im Obergeschoss etwa 51 Meter. Die Führung verläuft damit parallel zur Fassade. Auf geradlinige Ersatzsegmente konnte verzichtet werden, sodass die Schiebeläden dem jeweiligen Geschossverlauf folgen.

Wie werden die Schiebeläden bedient?

Die Anlagen werden durch insgesamt 35 Motoren bewegt. Über die Schiebeladensteuerung können Bewohner und Mitarbeitende die Elemente öffnen und schließen. Nähere Angaben zu automatischer Sonnenstandsnachführung, Wettersensoren oder Zeitprogrammen liegen in der Projektbeschreibung nicht vor. Das System wird deshalb als elektrisch betätigter, nutzergeführter Sonnenschutz eingeordnet.

Welche Vorteile bietet das dreispurige Schienensystem?

Auf drei hintereinanderliegenden Schienen können mehrere Flügel parallel bewegt und teilweise übereinandergeschoben werden. Dadurch lassen sich große Fensterflächen flexibel öffnen oder verschatten. Da sich die Elemente entlang der Fassade bewegen, ist kein zusätzlicher Schwenkbereich vor dem Gebäude erforderlich. Das ist insbesondere bei gebogenen Fassaden und begrenzten Außenflächen vorteilhaft.

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