
Sonnenschutz | Lamellen in Fassadenebene
Lamellenfassade am Moxy-Hotel Köln Bonn Airport
Für das Moxy-Hotel am Flughafen Köln/Bonn integrierte Colt rund 7.000 laufende Meter objektspezifische Lamellen in die Metallfassade. Gerade und gebogene Profile, verdeckte Befestigungen und die Einbindung in Dachterrasse und Beleuchtung prägen das Gebäude.
Metalllamellen prägen das Hotel am Flughafen Köln/Bonn
Das im Juli 2021 fertiggestellte Moxy-Hotel liegt unmittelbar auf dem Gelände des Flughafens Köln/Bonn. Bauherr des Projekts war Art Invest Real Estate aus Köln. Die Planung übernahm das ebenfalls in Köln ansässige Architekturbüro JSWD.
Für die äußere Gestaltung war eine Metallfassade vorgesehen, die den zeitgemäßen Charakter des Hotelkonzepts aufnimmt und sich zugleich gegenüber den großmaßstäblichen Verkehrsbauten des Flughafenumfelds behauptet. Eine wesentliche gestalterische Funktion übernehmen objektspezifisch entwickelte Lamellenprofile von Colt.
Insgesamt wurden rund 7.000 laufende Meter Lamellen installiert. Davon entfielen etwa 1.100 laufende Meter auf gebogene Profile. Die geraden und gekrümmten Elemente gliedern die rund 3.500 Quadratmeter große Vorhang- beziehungsweise Blechfassade und erzeugen abhängig von Blickwinkel, Lichteinfall und Gebäudegeometrie unterschiedliche Tiefenwirkungen.
Die Lamellen wurden nicht als eigenständige Ebene vor der Fassade montiert. Stattdessen sind sie direkt in die Ebene der vorgehängten Fassadenbekleidung integriert. Dafür musste eine gemeinsame Unterkonstruktion entwickelt werden, die sowohl die Blechflächen als auch die Lamellen aufnimmt und ihre Befestigung weitgehend verdeckt.
So entstand ein zusammenhängendes Fassadenbild, bei dem Unterkonstruktion und Verbindungsmittel hinter den sichtbaren Metallflächen zurücktreten.
Case History
Projekt: Moxy-Hotel Köln Bonn Airport
Ort: Köln, Nordrhein-Westfalen, Deutschland
Gebäudetyp: Flughafenhotel mit Dachterrasse
Anforderungsprofil: Gestalterische Fassadenverkleidung mit integrierten Metalllamellen
Lösung: Objektspezifische gerade und gebogene Lamellen innerhalb der Ebene einer Vorhang- beziehungsweise Blechfassade
Produkt: Solarfin

Gemeinsame Unterkonstruktion verbindet Lamellen und Blechfassade
Bei einer herkömmlichen Ausführung werden Fassadenlamellen häufig mit Abstand vor einer vorgehängten hinterlüfteten Fassade angeordnet. Beim Moxy-Hotel sollten die Profile dagegen innerhalb derselben Fassadenebene wie die Metallbekleidung liegen.
Diese Vorgabe erforderte eine gemeinsame Unterkonstruktion für beide Bauteilgruppen. Sie musste die Lasten der Fassadenbleche und der Lamellen aufnehmen, ihre genaue Position sichern und gleichzeitig eine von außen möglichst nicht sichtbare Befestigung ermöglichen.
Die Anschlüsse wurden deshalb so entwickelt, dass die sichtbaren Flächen nicht durch eine Vielzahl offener Verbindungsmittel unterbrochen werden. Lamellen und Blechfelder erscheinen als zusammenhängendes Fassadensystem, obwohl sie konstruktiv unterschiedliche Bauteile darstellen.
Zusätzlich wurde die Fassadenbekleidung im sogenannten wilden Verband montiert. Die Stoßfugen folgen dabei keinem durchgehend regelmäßigen Raster. Insbesondere lange übereinanderliegende Vertikalfugen werden weitgehend vermieden. Stattdessen wechseln die Feldbreiten und Fugenpositionen über die Fassade.
Das unregelmäßige Verlegemuster ergänzt die lineare Wirkung der Lamellen und verhindert eine streng rasterartige Gliederung. Gerade Profile, gebogene Abschnitte und versetzte Metallfelder erzeugen gemeinsam den gewünschten Fassadenrhythmus.
Die Ausführung erforderte eine genaue Abstimmung von Werkplanung, Fertigung und Montage. Positionen der Unterkonstruktion, Profilradien, Fugenverläufe und Befestigungspunkte mussten bereits vor der Installation aufeinander abgestimmt werden.
Gerade und gebogene Profile
1.100 Meter Lamellen folgen der Gebäudegeometrie
Von den insgesamt rund 7.000 laufenden Metern Lamellen wurden etwa 1.100 Meter als gebogene Profile ausgeführt. Sie nehmen Rundungen, Übergänge und besondere Linien der Gebäudehülle auf.
Die objektspezifische Fertigung ermöglicht einen kontinuierlichen Wechsel zwischen geraden und gekrümmten Fassadenbereichen. Dadurch werden Richtungsänderungen nicht ausschließlich über kurze gerade Segmente angenähert.
Lamellenradien, Unterkonstruktion und angrenzende Fassadenfelder mussten dafür gemeinsam geplant werden. Die gebogenen Elemente setzen die architektonische Form fort und bleiben zugleich Bestandteil des durchgängigen Metallfassadensystems.

Dachterrasse, Absturzsicherung und Beleuchtung integriert
Die Lamellenkonstruktion setzt sich bis in den Bereich der Dachterrasse fort. Dort wurden die Profile mit der erforderlichen Absturzsicherung verbunden. Ein notwendiges Sicherheitselement wurde damit nicht als separat sichtbares Bauteil vor die Fassadengestaltung gestellt, sondern in das bestehende Lamellenbild einbezogen.
Auch die geneigten Dachlinien waren bei der Ausführung zu berücksichtigen. Die Anordnung der Profile folgt den Dachschrägen und nimmt deren Verlauf in den Fassadenflächen auf. Dadurch bleiben die Übergänge zwischen vertikaler Gebäudehülle und oberen Gebäudeabschlüssen gestalterisch zusammenhängend.
Einzelne Lamellen wurden zusätzlich für die Aufnahme einer LED-Beleuchtung vorbereitet. Die Lichttechnik kann dadurch in die Metallprofile integriert werden, ohne dass separate, deutlich hervortretende Leuchtengehäuse das Fassadenbild bestimmen.
Die Vorbereitung der Profile musste bereits bei Planung und Fertigung berücksichtigt werden. Erforderlich waren geeignete Aufnahmen, Leitungswege und zugängliche Bereiche für die späteren elektrischen Komponenten. Konkrete Angaben zu Lichtleistung, Steuerung oder Beleuchtungsfarben liegen in den Projektdaten nicht vor.
Das Projekt verbindet somit mehrere Fassadendetails innerhalb einer gemeinsamen Konstruktion: Metallbekleidung, gerade und gebogene Lamellen, Absturzsicherung, Dachanschlüsse und die Vorbereitung der Beleuchtung.
Entscheidend war dabei nicht ein einzelnes Bauteil, sondern die koordinierte Integration aller sichtbaren und tragenden Komponenten. So ließ sich die architektonische Lamellenstruktur über verschiedene Gebäudebereiche hinweg fortführen.
Fassade im wilden Verband
Versetzte Fugen erzeugen einen wechselnden Rhythmus
Die Metallfelder wurden nicht in einem durchgehend gleichmäßigen Raster verlegt. Beim wilden Verband wechseln die Positionen der vertikalen Stoßfugen innerhalb der Fassadenfläche.
Dadurch werden lange, geschossübergreifend durchlaufende Fugen weitgehend vermieden. Das Fassadenbild wirkt weniger schematisch und nimmt die unregelmäßige Anordnung der Lamellen auf.
Für die Montage war eine genaue Zuordnung der einzelnen Fassadenfelder erforderlich. Feldabmessungen, Fugenpositionen und Lamellenanschlüsse mussten entsprechend der Werkplanung aufeinander abgestimmt und an der vorgesehenen Position eingebaut werden.

Fassaden für Hotelbauten
Metalllamellen mit Colt in Fassaden integrieren
Colt entwickelt gerade und gebogene Lamellenkonstruktionen für Hotels, Bürogebäude und weitere Gewerbeimmobilien. Profile, Unterkonstruktion, Befestigung und Anschlüsse werden auf Fassadengeometrie, Bekleidung und architektonische Detailvorgaben abgestimmt.
FAQ
Welche Fassadenlösung wurde am Moxy-Hotel umgesetzt?
Colt realisierte eine rund 3.500 Quadratmeter große Vorhang- beziehungsweise Blechfassade mit integrierten Metalllamellen. Insgesamt wurden etwa 7.000 laufende Meter objektspezifische Profile installiert. Anders als bei einer vorgelagerten Lamellenebene liegen die Elemente innerhalb der Ebene der Metallfassade. Eine gemeinsam entwickelte Unterkonstruktion nimmt beide Fassadenkomponenten auf.
Wie viele gebogene Lamellen kamen zum Einsatz?
Rund 1.100 der insgesamt etwa 7.000 laufenden Meter wurden als gebogene Lamellenprofile ausgeführt. Sie folgen gekrümmten Fassadenbereichen und Übergängen der Gebäudegeometrie. Die Radien der Profile mussten mit der Unterkonstruktion und den angrenzenden Metallfeldern abgestimmt werden, damit gerade und gebogene Abschnitte ein zusammenhängendes Fassadenbild bilden.
Warum wurde eine gemeinsame Unterkonstruktion entwickelt?
Lamellen und Metallbekleidung sollten in einer gemeinsamen Fassadenebene liegen und ohne deutlich sichtbare Befestigungen montiert werden. Dafür war eine Unterkonstruktion erforderlich, die beide Bauteilarten trägt und ihre Positionen aufeinander abstimmt. Die Konstruktion ermöglicht eine homogene Außenansicht, obwohl Lamellen und Blechfelder unterschiedliche Befestigungs- und Lastanforderungen besitzen.
Was bedeutet Montage im wilden Verband?
Beim wilden Verband folgen die Fassadenfelder keinem regelmäßig wiederkehrenden Fugenraster. Die Stoßstellen werden versetzt angeordnet, sodass lange durchlaufende Vertikalfugen weitgehend vermieden werden. Am Moxy-Hotel unterstützt diese Verlegeart die wechselnde Fassadenrhythmik und ergänzt die linearen sowie gebogenen Lamellenprofile.
Welche Funktionen übernehmen die Lamellen auf der Dachterrasse?
Im Bereich der Dachterrasse wurden die Lamellen in die Absturzsicherung integriert. Sie führen dadurch die Fassadengestaltung bis in den oberen Gebäudebereich fort und sind zugleich Teil einer notwendigen Sicherungskonstruktion. Zusätzlich wurden einzelne Profile für die Aufnahme von LED-Beleuchtung vorbereitet. Weitere technische Angaben zur Beleuchtung sind in der Projektbeschreibung nicht enthalten.
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