Shadoglass am

X-TU in Nanterre

Für den Wohn- und Geschäftskomplex X-TU in Nanterre realisierte Colt eine vorgehängte Glaslamellenfassade mit festen und manuell beweglichen Elementen. Sie verbindet Sonnenschutz, Witterungsschutz und natürliche Belüftung.

Starre und bewegliche Glaslamellen vor Loggien und Laubengängen

Der Wohn- und Geschäftskomplex X-TU in Nanterre liegt nordwestlich von Paris in Verlängerung der Achse von La Défense. Der 2012 fertiggestellte Bau wurde von den Architekten Nicolas Desmazières und Anouk Legendre entworfen.

Auf einem langgestreckten Sockel mit Büros, Geschäften und einer Kunstgalerie erheben sich neun Wohntürme. Die Südseite erhielt eine zusätzliche vorgehängte Fassadenebene aus dem Colt-System Shadoglass.

Diese Glashaut besteht aus horizontal angeordneten Lamellen vor Loggien und Laubengängen. Ein Teil der Lamellen ist fest installiert, ein weiterer Teil kann von den Bewohnern manuell geöffnet und geschlossen werden.

Damit übernimmt die Fassade mehrere Aufgaben gleichzeitig. Sie begrenzt direkte Sonneneinstrahlung, schützt die vorgelagerten Wohnbereiche vor Witterung und ermöglicht eine individuell einstellbare Belüftung.

Die Bewohner können die beweglichen Elemente über Handkurbel und Trapezspindel bedienen. Dadurch lässt sich die Stellung der Lamellen an Nutzung, Wetter und persönliche Anforderungen anpassen.

Die bedruckten Glasflächen bilden zugleich ein prägendes Gestaltungselement der Südseite. Fünf unterschiedliche Dekore erzeugen je nach Öffnungsstellung ein wechselndes Fassadenbild.

Projekt: X-TU Wohn- und Geschäftskomplex

Ort: Nanterre bei Paris, Frankreich

Gebäudetyp: Wohn- und Geschäftshaus / Apartment-Komplex

Anforderungsprofil: Sonnen- und Witterungsschutz, Be- und Entlüftung, Aufnahme von Gebäudeschwingungen durch U-Bahn-Verkehr

Lösung: Vorgehängte Fassade mit festen und beweglichen Glaslamellen

Produkt: Shadoglass

Lifecycletest mit 10.000 Bewegungszyklen

Eine besondere Randbedingung ergab sich aus dem U-Bahn-Verkehr unter dem Grundstück. Das Gebäude wurde auf Schwingungsdämpfern gegründet. Für die vorgehängte Glaslamellenfassade bedeutete das, dass Bewegungen des Baukörpers konstruktiv aufgenommen werden mussten, ohne unzulässige Spannungen in den Fassadenelementen zu erzeugen.

Zusätzlich war ein Lebensdauertest für die beweglichen Elemente vorgeschrieben. Das Shadoglass-System musste 10.000 Öffnungs- und Schließvorgänge ohne Funktionsbeeinträchtigung absolvieren.

Die Prüfung führte das Centre scientifique et technique du bâtiment in Grenoble durch. Nach den Projektdaten arbeitete das System auch nach Abschluss der 10.000 Zyklen zuverlässig.

Diese Anforderung war insbesondere für die manuell bedienbaren Lamellen relevant. Die Bewohner nutzen die Elemente regelmäßig, um Belüftung und Verschattung selbst einzustellen. Die Mechanik musste daher nicht nur statische Lasten und Witterungseinflüsse aufnehmen, sondern auch auf wiederholte Bewegung ausgelegt sein.

Das Projekt zeigt damit, dass die Fassadenlösung nicht ausschließlich gestalterisch entwickelt wurde. Schwingungsaufnahme, Dauerhaftigkeit und Bedienbarkeit waren ebenso Teil der technischen Konzeption wie Sonnenschutz und Witterungsschutz.

Bewohner steuern die Glaslamellen selbst

Jede der 398 Fassadeneinheiten besteht aus vier festen und fünf beweglichen Glaslamellen.

Die beweglichen Elemente lassen sich über Handkurbel und Trapezspindel manuell öffnen oder schließen. So können die Bewohner Belüftung, Sonnenschutz und Einsehbarkeit im Bereich der Loggien und Laubengänge individuell beeinflussen.

Die fünf unterschiedlichen Druckdekore auf dem Verbundsicherheitsglas sorgen zugleich für ein wechselndes Fassadenbild.

Glaslamellenfassaden mit Colt planen

Colt entwickelt starre und bewegliche Glaslamellensysteme für Wohn-, Büro- und Gewerbegebäude. Fassadengeometrie, Bedienung, Verglasung, Dekor, Witterungsschutz und konstruktive Randbedingungen werden projektbezogen abgestimmt.

FAQ

Welches Sonnenschutzsystem wurde beim X-TU in Nanterre eingesetzt?

Colt realisierte auf der Südseite eine vorgehängte Fassade mit Shadoglass LS4 „light“. Die Konstruktion besteht aus festen und beweglichen Glaslamellen vor den Loggien und Laubengängen. Damit werden Sonnenschutz, Witterungsschutz und natürliche Belüftung miteinander verbunden.

Wie werden die beweglichen Glaslamellen bedient?

Die Bewohner können die Lamellen manuell über Handkurbel und Trapezspindel öffnen und schließen. Dadurch lässt sich die Fassadenstellung individuell an Sonnenstand, Lüftungsbedarf und Nutzung der vorgelagerten Außenbereiche anpassen. Eine automatische Sonnenstandsnachführung wurde bei diesem Projekt nicht eingesetzt.

Warum musste die Fassade Schwingungen aufnehmen können?

Unter dem Grundstück verläuft U-Bahn-Verkehr. Das Gebäude wurde deshalb auf Schwingungsdämpfern gegründet. Die vorgehängte Glaslamellenfassade musste so konstruiert werden, dass sie Bewegungen des Baukörpers spannungsarm aufnehmen kann, ohne ihre Funktion oder Standsicherheit zu beeinträchtigen.

Welche Dauerprüfung wurde für die beweglichen Lamellen durchgeführt?

Für die Fassadenkonstruktion war ein Lifecycletest mit 10.000 Öffnungs- und Schließvorgängen vorgeschrieben. Die Prüfung wurde beim Centre scientifique et technique du bâtiment in Grenoble durchgeführt. Laut Projektbeschreibung arbeitete das System auch nach Abschluss der Testzyklen weiterhin zuverlässig.

Wie wurde die Glasfassade gestaltet?

Für die Lamellen wurde Verbundsicherheitsglas eingesetzt, das nach Entwürfen der Architekten mit fünf unterschiedlichen Dekoren bedruckt wurde. Durch die Kombination aus verschiedenen Mustern sowie festen und beweglichen Elementen verändert sich die Fassadenwirkung abhängig von Stellung und Blickwinkel.

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