Was ist ein Klemmschutz bzw. benötige ich diesen?
Neben den allgemeinen Parametern wie Funktionalität/bauphysikalische Anforderungen (Fc-Wert), Design, statische Annahmen, … - welche bei der Planung und Auslegung einer beweglichen Sonnenschutzanlage berücksichtigt werden müssen, wird ein nicht unerheblicher Punkt häufig vernachlässigt.
Der Betrieb der Anlage und die damit verbundene Frage: Geht von meinem System eine Gefahr aus?
Da es ich bei beweglichen Systemen meist um motorische betriebene Anlagen handelt, fallen diese in den Bereich der europäischen Maschinenrichtlinie.
Die Risikobeurteilung und Risikominimierung nach DIN EN ISO 12100
In diesem Zusammenhang ist der Inverkehrbringer der Anlage verpflichtet eine Gefährdungsanalyse zu erstellen und damit die Funktion der Anlage sowie die Einbausituation und das Umfeld näher zu betrachten.
Hierbei werden sämtliche Lebensphasen des Systems (von der Montage bzw. zur Demontage) mit allen beteiligten Personen näher betrachtet.
Neben den allgemeinen Themen wie elektrische Gefährdungen oder auch Gefährdung durch Materialien und Substanzen, welche in unserem Einsatzgebiet im Regelfall unrelevant sind, geht es hierbei vor allem aber um die mechanischen Gefährdungen und dabei im Wesentlichen um „sich bewegende und rotierende Teile“.
Unter Berücksichtigung des Schadensausmaßes sowie der Eintrittswahrscheinlichkeit ergibt sich eine Matrix welche am Ende die Risikoeinschätzung darstellt und für die einzelnen Themenblöcke vorgibt, ob eine Maßnahme erforderlich ist, oder nicht.
Sicherheit bei beweglichen Sonnenschutzanlagen
Warum Risikobeurteilung und Maschinenrichtlinie bei motorischen Systemen unverzichtbar sind
Bei der Planung beweglicher Sonnenschutzanlagen wird der sichere Betrieb oft vernachlässigt. Motorische Systeme unterliegen der Maschinenrichtlinie und erfordern eine Risikobeurteilung nach DIN EN ISO 12100, insbesondere zu mechanischen Gefährdungen.

Der Klemmschutz
Im Bereich der Sonnenschutzanlagen wie bspw. unsere Systeme mit drehbaren Lamellen (Solarfin, Shadometal, Shadoglass) werden die Lamellen im Regelfall motorisch betrieben. D.h. die Lamellen können manuell über einen Handtaster bewegt werden oder auch über eine Steuerung, vollautomatisch dem Sonnenstand nachgeführt werden (Sonnenstandsnachführung).
Da die Lamellen, um einen optimalen Sonnenschutz zu gewährleiten, mit einem geringen Spaltmaß ausgeführt werden, besteht hier bspw. das Risiko einer Klemmung.
Um den hiervon ausgehenden Schaden zu minimieren, kann wahlweise auf ein mechanisches oder auch auf ein elektronisches System zurückgegriffen werden.
Während die elektronische Variante eine sofortige Abschaltung der Motoren (Lastabschaltung) vorsieht, besteht die mechanische Variante aus geeigneten Einzelbauteilen die zerstörungsfrei gewährleisten, dass bei Blockaden der Lamellen oder des Antriebsstranges keine linearen Kräfte in die Klemmbereiche des System eingeleitet werden, die größer sind als 150 N.
Welches System für Ihr Anliegen geeignet ist und vor allem „ob“ überhaupt ein Klemmschutz erforderlich ist, klären wir gerne in einem persönlichen Gespräch mit Ihnen.