Maschinelle Entrauchung bei HAKA Küche Wien

Für den zweigeschossigen Glasneubau von HAKA Küche in Wien entwickelte Colt frühzeitig ein abgestimmtes Entrauchungskonzept. Vier Liberator-Brandgasventilatoren, 13 ColtLite-Zuluftfenster und ein Apollo-Mono-Gerät verbinden maschinelle Entrauchung, natürliche Rauchableitung und tägliche Lüftung.

Frühzeitige Brandschutzplanung verbessert das Gebäudekonzept

Der österreichische Küchenhersteller HAKA Küche errichtete am Wiener Stadtrand ein zweigeschossiges Küchenstudio mit großflächiger Glasfassade. Neben der architektonischen Wirkung mussten die offenen Ausstellungsflächen und das zentrale Treppenhaus in ein schlüssiges Brandschutzkonzept eingebunden werden.

Colt wurde bereits in einer frühen Planungsphase hinzugezogen. Dadurch konnte die zunächst vorgesehene natürliche Entrauchung des ersten Obergeschosses über zusätzliche Dachöffnungen technisch neu bewertet werden. Stattdessen entschied sich das Projektteam für eine maschinelle Rauchabzugsanlage mit Brandgasventilatoren des Typs Liberator.

Diese Änderung wirkte sich auf mehrere Bereiche der Planung aus. Da weniger Öffnungen im Dach erforderlich waren, ließ sich die Dachkonstruktion energetisch günstiger ausführen. Gleichzeitig steht bei einer maschinellen Anlage unmittelbar nach dem Hochfahren der Ventilatoren ein definierter Volumenstrom zur Verfügung.

Das Projekt zeigt, welchen Einfluss die frühe Abstimmung zwischen Bauherr, Architekt, Brandschutzplanung und Anlagentechnik auf das Gesamtergebnis hat. Entrauchung, Zuluft, Dachaufbau, Schächte und Steuerung konnten als zusammenhängendes System geplant werden, anstatt die Brandschutztechnik erst nachträglich in den fertigen Entwurf einzufügen.

Projekt: HAKA Küche

Ort: Wien, Österreich

Gebäudetyp: Ausstellungsgebäude

Anforderungsprofil: Architektonisch integrierter vorbeugender Brandschutz für Ausstellungsflächen und Treppenhaus

Lösung: Maschinelle Entrauchung der beiden Ausstellungsgeschosse mit natürlicher Rauchableitung im Treppenhaus

Produkt: Liberator, ColtLite, Apollo Mono

13 ColtLite-Fenster sichern die Nachströmung

Eine maschinelle Rauchabzugsanlage benötigt ausreichend nachströmende Außenluft. Im HAKA-Küchenstudio übernehmen 13 ColtLite-Lamellenfenster des Typs CLT diese Aufgabe.

Bei einer Auslösung öffnen die Elemente und gleichen das über die Dachventilatoren abgeführte Luftvolumen aus. Dadurch wird die gerichtete Strömung von den Ausstellungsflächen zu den Rauchabzugsschächten unterstützt.

Die Zuluftfenster sind in die Gebäudehülle integriert und bilden einen festen Bestandteil des Entrauchungskonzepts. Ihre Position und Öffnungsfunktion wurden auf die beiden getrennten Rauchabschnitte abgestimmt.

Apollo Mono hält das Treppenhaus für die Evakuierung nutzbar

Das zentrale Treppenhaus erhielt eine natürliche Rauchabzugseinrichtung mit einem einflügeligen Haubenlüfter des Typs Apollo Mono. Anders als die maschinell entrauchten Ausstellungsgeschosse nutzt dieses System den thermischen Auftrieb heißer Rauchgase. Öffnet das Gerät, können Rauch und Wärme über den oberen Abschluss des Treppenhauses ins Freie entweichen.

Die Auslösung kann auf zwei Wegen erfolgen. Zwei orangefarbene Handtaster ermöglichen eine manuelle Aktivierung: Einer befindet sich im Erdgeschoss im Hauptangriffsweg der Feuerwehr, der zweite im Obergeschoss. Zusätzlich ist Apollo Mono an die automatische Brandmeldeanlage angeschlossen.

Der nach den Projektangaben gemäß EN 12101-2 zertifizierte Haubenlüfter kann neben dem Rauch- und Wärmeabzug auch für die tägliche Lüftung und den Tageslichteintrag eingesetzt werden. Damit übernimmt die Dachöffnung sowohl betriebliche als auch sicherheitstechnische Funktionen.

Die Kombination der Systeme folgt den unterschiedlichen räumlichen Anforderungen des Gebäudes. Die großen offenen Ausstellungsflächen werden mit leistungsstarken Brandgasventilatoren entraucht. Im Treppenhaus kommt dagegen eine natürliche Rauchabzugseinrichtung zum Einsatz. ColtLite-Fenster stellen die notwendige Zuluft bereit, während Brandmeldeanlage, Steuerschrank und Handtaster die vorgesehenen Auslösewege schaffen.

Das Projekt bei HAKA Küche verdeutlicht damit, dass ein wirksames Entrauchungskonzept nicht zwingend aus einem einzigen Anlagenprinzip bestehen muss. Maschinelle und natürliche Rauchableitung lassen sich gebäudebezogen kombinieren, sofern Luftwege, Rauchabschnitte und Steuerungsabläufe frühzeitig aufeinander abgestimmt werden.

Liberator für hohe Rauchgastemperaturen

Der Liberator ist für den Dach- und Wandeinbau erhältlich und für die Abführung von Rauch sowie heißen Brandgasen ausgelegt. Nach den Projektdaten erfüllt das Gerät die Temperatur-Zeit-Klassifizierungen F200, F300 und F400 gemäß DIN EN 12101-3.

Die Klassifizierungen beschreiben geprüfte Betriebszeiten bei festgelegten Temperaturen: F200 bei 200 °C für 120 Minuten, F300 bei 300 °C für 60 Minuten und F400 bei 400 °C für 120 Minuten. Welche Klassifizierung im konkreten Betrieb maßgeblich ist, ergibt sich aus dem Brandschutz- und Anlagenkonzept.

FAQ

Wie funktioniert die Entrauchung bei HAKA Küche?

Die Ausstellungsflächen werden über vier Liberator-Brandgasventilatoren maschinell entraucht. Je zwei Geräte sind einem Geschoss beziehungsweise Rauchabschnitt zugeordnet. Sie saugen Rauch und heiße Brandgase über getrennte Schächte ab und führen sie über das Dach nach außen. Gleichzeitig öffnen 13 ColtLite-Zuluftfenster, damit Außenluft nachströmen kann. Das Treppenhaus wird separat über einen natürlichen Rauchabzug des Typs Apollo Mono entraucht.

Warum wurde die natürliche Dachentrauchung im Obergeschoss verworfen?

Die frühzeitige Beteiligung von Colt ermöglichte eine technische Neubewertung der ursprünglich geplanten Lösung. Mit der maschinellen Entrauchung waren weniger Dachöffnungen erforderlich. Dadurch konnten Baukosten reduziert und der energetische Aufbau des Daches verbessert werden. Zudem stellen die Brandgasventilatoren nach dem Hochlauf einen hohen definierten Abluftvolumenstrom zur Verfügung. Die Entscheidung wurde gemeinsam mit Bauherr und Architekt getroffen.

Warum benötigt die maschinelle Rauchabzugsanlage Zuluft?

Die von den Ventilatoren abgeführte Luft muss durch Außenluft ersetzt werden. Ohne ausreichende Nachströmflächen könnte ein Unterdruck entstehen, der den vorgesehenen Volumenstrom und die Rauchführung beeinträchtigt. Bei HAKA Küche öffnen deshalb 13 ColtLite-Fenster als Zuluftflächen. Sie unterstützen die Strömung von den Ausstellungsbereichen zu den zentralen Rauchabzugsschächten.

Wie wird die Anlage automatisch ausgelöst?

Die maschinelle Entrauchungsanlage ist mit der Brandmeldeanlage verbunden. Eine automatische Aktivierung erfolgt, wenn zwei Melder angesprochen haben. Anschließend werden die Liberator-Ventilatoren zeitverzögert gestartet. Sie nehmen frühestens nach 30 Sekunden und spätestens nach 60 Sekunden den vollständigen Betrieb auf. Der Steuerschrank im Elektrotechnikraum koordiniert die vorgesehenen Anlagenfunktionen.

Welche Aufgabe übernimmt Apollo Mono im Treppenhaus?

Apollo Mono dient als natürliche Rauchabzugseinrichtung am oberen Abschluss des Treppenhauses. Im Brandfall öffnet das Gerät, sodass Rauch und Wärme durch thermischen Auftrieb nach außen entweichen können. Die Aktivierung erfolgt automatisch über die Brandmeldeanlage oder manuell über zwei Handtaster. Das System kann zusätzlich für tägliche Lüftung und Tageslichteintrag genutzt werden.

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